An meiner Seite

Wenn ich nachts wach liege, verzweifelt versuche, einzuschlafen und mich schließlich immer wieder von der einen Seite auf die andere wälze, in der Hoffnung, dass es irgendetwas besser machen würde, denke ich daran, dass du mir fehlst. Es fehlt mir, deine Nähe zu spüren. Jedes Mal, wenn mir das klar wird, stelle ich mir vor, wie es wäre, könnte ich es gerade ändern.
Du würdest dich warm anfühlen. Weich, sicher, vertraut. Du würdest deine Hand auf meine Hüfte legen als hätte sie dort schon immer hingehört. Oder vielleicht würdest du auch deinen ganzen Arm um mich legen. Ich würde ihn näher an mich drücken und daran festhalten, würde mich von diesem Gefühl verschlingen lassen. Angenehm, geborgen, beschützt.
Vielleicht würdest du mich auf's Haar küssen oder mir einen sanften Kuss auf die freie Schulter geben. Du könntest mit deinen Fingerspitzen meine Seite entlang streichen. Ich bekäme vermutlich eine Gänsehaut und würde wohlig seufzen. Und es gäbe keinen Ort, an dem ich gerade lieber wäre als direkt neben dir.
Ja, manchmal denke ich sogar daran, wie ich mich enger an dich kuscheln würde. Vielleicht könnte ich dabei deine Erregung an meinem Körper spüren. Das würde mir gefallen. Mir gefällt der Gedanke, zu spüren, welche Wirkung ich auf dich haben könnte und wie deine Hand meine Brust oder meinen Po berührt. Mir würde es gefallen zu wissen, wie sehr dir das gefällt. Wie sehr ich dir gefalle. Bei dir hätte ich keine Sorge, dass mein Körper dir nicht oder nicht mehr gefallen könnte, denn du magst mich, wie ich bin und meinen Körper, wie er ist. Du findest mich schön und jedes Mal, wenn du mich ansiehst, kann ich mir dieser Sache erneut ehrlich sicher sein.


Du fehlst mir. Du fehlst in meinem Leben und dir kann jetzt noch nicht mal bewusst sein, wie sehr. Ich verlasse mich darauf, dass du irgendwann den Weg in mein Leben finden wirst, ehe du dir den Weg in mein Herz bahnst. Vielleicht bist du schon in meinem Leben, ich weiß es nicht. Vielleicht bist du aber auch noch Monate, Jahre, Jahrzehnte von mir entfernt. Ich möchte es mir nicht vorstellen, aber ich kann es nicht ausschließen.
Ich weiß, irgendwann werde ich wieder Teil eines Wirs sein. Wir werden gemeinsam lachen, uns lieben, einander ergänzen, uns streiten, uns versöhnen. Wir werden einen ganzen Teil unseres Lebens gemeinsam bestreiten, vielleicht sogar der wesentlichste Teil. Ich will nicht mal ausschließen, dass es der Rest unseres Lebens sein könnte. Ich weiß, dass es da einen Menschen in meinem Leben geben wird, mit dem ich mich irgendwann wieder richtig glücklich fühlen werde. Wir werden Augenblicke gemeinsam erleben, die schönen und die schwierigen, werden gemeinsam den Sonntagmorgen im Bett verbringen und uns davor drücken, es verlassen zu müssen. Wir werden Seite an Seite liegen, lachend, redend, liebend und es wird sich so anfühlen als hätten wir nie etwas anderes getan.


Und sicher. Ja, es wird Probleme geben. Vielleicht sogar welche, die wir nie gemeinsam lösen werden, aber bevor eine Geschichte überhaupt beginnt, werde ich nicht über das Ende nachdenken.
Nicht mehr. Das habe ich bisher viel zu oft getan. Am liebsten würde ich dir alles auf der Stelle erzählen, würde dir zeigen, wer ich bin, noch bevor ich weiß, wer und wo du eigentlich bist.


Du fehlst mir. Ich habe das Gefühl, mich in meinem Leben viel zu oft halbherzig auf etwas eingelassen zu haben. Und ich werde das Gefühl nicht mehr los, allein nicht die Kurve zu bekommen. Wie schön wäre es, wärst da einfach du und könntest du mir die Sicherheit geben, zu wissen, dass du es bist. Und dass du an meiner Seite bist.


Ich weiß gar nicht, ob ich bereit bin, Teil eines Wirs zu sein. Es fühlt sich nicht danach an. Nicht jetzt gerade. Aber es wäre schön, wäre es anders. Aber vielleicht kommt das noch. Dann, wenn du an meiner Seite bist und mich nichts anderes wünschen lässt als mit dir ein Teil eines Wirs zu sein.

24.9.17 18:37, kommentieren

Der richtige Mensch

Es kommt nicht oft vor, aber manchmal, eher selten, gibt's diese Gelegenheiten, bei denen ich im Mittelpunkt stehe, alle Augen auf mich schauen und ich das Wort habe.
Ich mag es nicht, das Wort zu haben. Ich kann Worte schreiben, herrliche Worte. Ich kann Worten lauschen, kann sie lesen und manchmal sauge ich sie förmlich auf.
Aber sprechen... das liegt mir nicht.


Ich mag es nicht, wenn mich alle ansehen. Ich mag es nicht, wenn ich die erwartungsvollen Blicke sehe, die mir gelten. Manchmal glaube ich, ich bin zu sensibel, zu empfindlich, um eine große Rednerin zu sein. Ich sehe ein Stirnrunzeln oder sehe, wie jemand den Blick von oben nach unten an mir herabwandern lässt. Und in dem Moment ist all mein Selbstvertrauen dahin.
Vielleicht, ich schließe es nicht aus, nehme ich vieles in den Gesichtern meiner Mitmenschen sehr viel eher wahr. Ziemlich sicher überinterpretiere ich aber auch vieles. Wenn jemand beispielsweise mürrisch aussieht, während ich spreche, beziehe ich das automatisch auf mich.
Ich gehöre nicht zu den großen Rednern, die sich nicht davon aus dem Gleichgewicht bringen lassen und vielleicht noch Kraft daraus ziehen können, um es ihren Mitmenschen nun erstrecht zeigen zu wollen.
Ich bin lieber im Hintergrund. So mache ich es auch auf der Arbeit.


Wenn also dann alle Augen auf mich gerichtet sind, weil das so sein muss, dann ist mir das unangenehm. Ich mag es, beachtet zu werden und ich mag es, wenn man mich ansieht, aber nicht so. Mich überfordern da schon kleine Gruppen. Im Zweier- oder Dreiergespräch kann ich damit ganz gut umgehen und kann teilweise auch Selbstvertrauen aus solchen Situationen ziehen.
Ansonsten gehöre ich einfach nicht zu den Menschen, die sich sonderlich gut verkaufen oder präsentieren können. Aber ich gebe zu, ich wäre es oft sehr gerne.


Dadurch, dass ich nicht gut damit umgehen kann, habe ich mehr schnell als viel geredet. Ich habe lediglich ein Drittel meiner Zeit benötigt, was für allgemeine Erheiterung gesorgt hat. Auch ich musste ziemlich darüber lachen. Ich bin nicht allzu gut darin, mehr Worte zu verwenden als ich brauche, denn ich höre mich im Allgemeinen nicht so gern reden.


Anschließend ging ich wieder zu meiner Stamm-Tankstelle (und zu der einzigen Tankstelle weit und breit, an der ich tanken gehe).
"Na, schon wieder Luft im Tank?", fragte der nette Tankstellen-Mann, bei dem ich erst vor-vorgestern getankt hatte, flapsig.
"Ja, ich weiß gar nicht, wie das immer passiert.", murmelte ich und unterdrückte ein schelmisches Grinsen.
"Bei meinem auch. Ständig ist da Luft im Tank. Muss kaputt sein."
"Das gilt dann wohl auch für meinen",
lachte ich.
Plötzlich sprach er mich darauf an, dass er mich etwa 2 1/2 Stunden zuvor gesehen habe.
"Das waren Sie doch, oder? Sie sind mir mit dem Auto entgegen gefahren."

Ich zuckte mit den Schultern. "Ja, das muss ich wohl gewesen sein, das kommt hin."
Er schien mächtig stolz, dass er mich gesehen hatte. Ich ging darauf ein, dass mich in dieser Gegend Leute eher wahrnehmen als ich sie - weil ich das auffällige Kennzeichen habe, andere nicht.
Anschließend ließ er sich über leicht zu verärgende Autofahrer aus.
"Ich meine immer, die müssen mal in einer Großstadt wie ... mit dem Auto fahren. Da würden die sich dann ganz schnell umgucken."
Er betonte das ein paar Mal, bis ich fragte, ob er von dort komme. Eine Stadt, die wirklich weit von hier entfernt ist.
Er nickte und ich hörte förmlich den Stolz aus seiner Stimme, als er mir erklärte, wie lang er dort gelebt habe.
"Und jetzt bin ich seit ... Jahren hier.",
beendete er seine Geschichte, als gerade ein anderer Mann die Tankstelle betrat.
"Puh. Wenn Sie eigentlich aus ... kommen... und dann in so eine Gegend wie diese hier ziehen... Puh...", ich schüttelte mich und konnte nicht anders als die Verachtung gegenüber diese Gegend in jedem Wort mitschwingen zu lassen. Ich vermute, ich sprach das Wort "Gegend" mehr wie ein Schimpfwort aus.
Der zweite Mann ging an mir vorbei Richtung Kasse, drehte sich zu mir um, sah mir geradewegs ins Gesicht und musterte mich von oben bis unten. Er sah nicht nur neugierig aus, er sah auch aus als hätte ich gerade etwas fürchterlich Anstößiges gesagt. Aber irgendwie auch nachvollziehbar.
"Naja", sagte der Mann zum Schluss noch, "wenn man den richtigen Menschen findet, geht man mit dem überall hin."
"Ja, das stimmt",
sagte ich lebhaft, lächelnd und ging mit energischen Schritten raus und zum Auto. Ich wunderte mich selbst, aber in dem Moment wareb all die Schlappheit, all die Wut und die Frustration, die ich heute zwischendurch gespürt habe, weg.


Ich wäre gern für jemanden der richtige Mensch. Aber noch viel lieber hätte ich so einen richtigen Menschen in meinem Leben, für den ich so unheimlich viel zu tun bereit wäre. Ich weiß nicht, ob ich für jemanden an das Ende der Welt ziehen würde. Angesichts der Tatsache, wie es mir fünf Stunden von meiner Heimat entfernt bereits geht, glaube ich das eher nicht, weil ich trotz sämtlicher Liebe wohl eingehen würde. Trotzdem ist der Gedanke schön, dass es keine große Rolle spielt, wo man ist, wenn man sein Zuhause in einem anderen Menschen gefunden hat. Und mag es nur für eine ganze Weile so sein. Ich glaube nicht, dass ich dieses Gefühl jemals so empfunden habe. Nicht so. Dafür habe ich mich gedanklich immer viel zu sehr darauf vorbereitet, dass jedes Glück dieser Welt irgendwann auch wieder sein Ende finden kann.
Aber mir gefällt auch der Gedanke, dass jemand für mich so sehr richtig und gut ist, dass ich so viel für diesen Menschen zu ändern und zu tun bereit bin. Nicht, dass es immer der richtige Antrieb wäre, nur etwas wegen einer anderen Person zu tun. So meine ich das auch nicht. Aber der Gedanke, dass ein Mensch diese Wirkung auf mich hat, dass es mir so wichtig ist, was mit ihm ist, der gefällt mir.


Ich glaube nicht, dass ich das bis jetzt jemals so erlebt hätte. Was das angeht, sehe ich mittlerweile vieles, was in meinen vorherigen Beziehungen aus meiner Sicht auch durch mich schief gelaufen ist, wesentlich klarer. Ich glaube nicht, dass ich jemals wirklich den richtigen Menschen an meiner Seite gehabt hätte. Und ich glaube auch nicht, dass ich mich jemals wirklich lange wirklich auf jemanden eingelassen hätte.
Aber ich sage aus ganzem Herzen - nicht wissend, ob ich das wirklich halten kann -, dass ich das für den richtigen Menschen gerne ändern würde.

21.9.17 21:49, kommentieren

Sich fallen lassen

Vor etwa zwei Jahren bin ich hierher gezogen. Ich würde gerne sagen, "am Anfang war es nicht leicht", aber es klingt so als hätte sich das irgendwann groß geändert. Deshalb trifft es das besser, wenn ich sage "Am Anfang war alles schwierig, was nur schwierig sein konnte". Und eine Weile blieb das wohl auch so.
Vor allem beruflich hatte ich mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen und eine Zeit lang fühlte es sich so an als würde mir jeder Stein, der nur im Entferntesten in meiner Nähe lag, in den Weg rollen.


Ich war hier nicht nur einfach neu. Es war so ziemlich alles für mich fremd, was fremd hätte sein können. Man hatte mir auf meiner neuen Arbeit ohne mich überhaupt mal gesehen zu haben, übermäßig Verantwortung übertragen, die eben übrig geblieben war und irgendwen treffen musste, weil kein anderer sie hatte übernehmen wollen. Man hatte mir Schuhe hinterlassen, die sich damals für mich viel zu groß anfühlten und ich hatte nicht nur das Gefühl, sie nicht ausfüllen zu können - manche Menschen um mich herum gaben sich auch jede Mühe, mir zu zeigen, dass ich nie in der Lage sein würde, sie jemals auszufüllen.
Ich mag darauf gar nicht unbedingt weiter eingehen, weil heute ein Tag ist, an dem mein Selbstvertrauen keine besonders großen Dimensionen annimmt und diese Erinnerungen nagen nur zusätzlich daran. Ich habe mit all den Dingen, die mir vorgehalten wurden und die man mich unterschwellig hat spüren lassen, nicht abgeschlossen. Aber das ist eine andere Geschichte.


Ich hatte damals noch den Nachbarjungen an meiner Seite und ich war sehr froh darüber, das alles nicht alleine durchmachen zu müssen. Ich war froh darüber, diesen Neuanfang nicht alleine zu erleben sondern jemanden an meiner Seite zu wissen. Trotzdem kämpfte ich in dieser Zeit in erster Linie alleine und für mich selbst. Nicht, weil der Nachbarjunge nicht gerne für mich da gewesen wäre. Ich ließ es wohl nur einfach nicht so zu. Wenn mich das Leben herausfordert, fühle ich mich alleine oft wesentlich stärker als mit jemandem an meiner Seite. Weil ich, wenn ich alleine bin, durchhalten muss, mich nicht fallen lassen kann und mich meinen Gefühlen nicht zu sehr hingeben darf und es für gewöhnlich auch nicht tue. Wenn ich alleine bin, bin ich taff. Mit jemandem an meiner Seite, mutiere ich teilweise zu einem echten Weichei, wobei ich das im Moment auch ohne einen anderen Menschen bin.


In dieser Anfangszeit hier stieß ich belastungsmäßig zum ersten Mal wirklich an meine Grenzen. Ich gab beruflich alles und hatte gleichzeitig das Gefühl, nicht mal annähernd zufriedenstellend zu arbeiten, weil ich es niemandem wirklich recht machen konnte. Kollegen sprachen ihre Bewunderung aus, wie viel Zeit und Energie ich investiere und wie taff, ruhig und ausgeglichen ich dabei wirke, während ich an anderer Stelle unentwegt Kritik kassierte.
Keiner wusste zu dieser Zeit, wie es bei mir privat aussah.


Zu dieser Zeit verpasste ich dem Nachbarjungen eine Absage und einen Korb nach dem anderen, weil ich für nichts mehr richtig Zeit hatte. Ich verschob alles auf später, vergaß Grundbedürfnisse wie die Nahrungsaufnahme und bestand gedanklich hauptsächlich aus "Ich muss noch..." und "Ich habe noch nicht...". Es wurde immer mehr zum Zwang für mich, an berufliche Verpflichtungen zu denken, sodass ich es zunehmend verlernte, mich gedanklich noch überhaupt mit irgendetwas anderem zu beschäftigen. Gelegentlich unternahm ich was mit dem Nachbarjungen, aber gedanklich quälte mich immer das, was noch in meiner Wohnung lag und auf mich wartete. Alles in allem war das keine gute Zeit. Ich fühlte mich traurig, deprimiert, frustriert und, trotz des Nachbarjungen, sehr einsam.


Mir war damals bewusst, dass ich das nicht auf Dauer durchhalten würde und dass ich irgendwann entweder mein Verhalten verändern würde oder ich komplett zusammenbrechen würde, bis ich mein Verhalten ändern müsste.
An einem Tag schlug der Nachbarjunge vor, in ein Thermalbad zu gehen. Ich war nicht wirklich dafür. Es war Sonntag, ich war gestresst und genervt und dachte an das, was ich noch alles tun wollte, sollte, musste. Außerdem war ich furchtbar müde. Das letzte Mal, dass ich entspannt geschlafen, wirklich ausgeschlafen und mich richtig ausgeruht hatte, war bereits Wochen her. Wir kamen nicht wirklich früh los und, wenn ich mich richtig erinnere, fanden wir auch nicht direkt einen Parkplatz beim Thermalbad. Ich meine sogar, dass wir unsere Pläne ändern mussten und ein anderes aufsuchen mussten als wir ursprünglich geplant hatten.


Die Zeit im Thermalbad genoss ich nur mit sehr viel Anstrengung, was letztendlich bewirkte, dass der Erholungsfaktor für mich eher gering war. Anfangs. Wir entdeckten in dem Bad eine Art Ruheraum, in der man sich hinlegen und ein wenig entspannen konnte. Als eines der 'Betten' dort frei wurde, legte ich mich darauf und schlief recht bald ein.
Ich erinnere mich so gut daran und denke an stressreiche Zeiten immer wieder daran zurück, weil ich damals zum ersten Mal seit Wochen endlich wieder wirklich schlief. Richtig schlief. Ich wachte etwa zwei Stunden später (vielleicht sogar auch noch etwas später) erholt und entspannt auf und fühlte mich ein ganzes Stück gelöster. Ein Gefühl, das ich zu dem Zeitpunkt, nach dem Schlafen kaum noch kannte. Ich verließ wesentlich ruhiger und entspannter das Thermalbad und zum ersten Mal nach Wochen konnte ich auch an ein paar andere Dinge denken und mich nicht zu sehr auf meine Pflichten festschießen. Damals hatte ich Sorge, dass der Effekt schnell wieder verpufft sein würde, aber ganz so schlimm wie vorher wurde es nicht mehr.


Im Nachhinein denke ich, dass ich damals zum ersten und bisher auch einzigen Mal die Erfahrung gemacht habe, wie sich der Weg zum Burnout anfühlt. Von einem richtigen Burnout war ich vermutlich noch sehr weit entfernt, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich ihn noch persönlich kennen gelernt hätte, wäre ich diesen Weg weitergegangen. Dass ich irgendwann abgebogen und die Richtung geändert habe, war weniger eine bewusste Entscheidung als etwas, was sich einfach ergab.


Im Moment denke ich wieder oft an diese Zeit. Auch, weil ich gerne vieles rückgängig und ungeschehen machen würde. Aber auch, weil manche meiner Gefühle mir sehr bekannt vorkommen.


Jedoch vor allem, weil ich dieses Gefühl vermisse, das ich damals in dem Thermalbad hatte. Dieses Gefühl, sich wirklich fallen zu lassen. Das ist gerade das, was ich mir am meisten wünsche und am wenigsten umsetzen kann. Und nein, ich glaube nicht, dass es jetzt gerade reichen würde, ins Thermalbad zu fahren. Jetzt gerade würde ich lieber in den Armen eines Menschen, mit dem es sich gut und richtig anfühlt, liegen, bis ich vor Entspannung, Müdigkeit und Geborgenheit die Augen schließe und mich komplett in der Nähe dieses Menschen fallen lassen kann. Ja. Das wäre im Moment das, was ich will.

20.9.17 19:30, kommentieren