In der Schwebe

Schon wieder. Ich habe einen Eintrag geschrieben, merke "Das ist es nicht" und lösche wieder alles. Schon wieder.


Ich bin seit ein paar Tagen ziemlich durcheinander. Gedanklich wie emotional.
Ich fühle mich an viele Situationen aus meiner Vergangenheit erinnert und bin mir selbst nicht sicher, ob das jetzt etwas Gutes oder etwas Schlechtes bedeutet.


Ich habe Angst vor jedem Wort, das ich am Ende bereuen könnte. Jedes gesprochene und jedes geschriebene und auch jedes, das hier zu lesen ist. Ich möchte nicht über etwas schreiben und in ein paar Tagen sagen müssen "Oh, naja, also war jetzt doch nicht so wie gedacht". Also bleiben meine Gedanken für sich, ganz allein bei mir, und ich werde halbwahnsinnig damit.


Ich glaube zu wissen, wie die Dinge gerade für mich sind. Wie es mir damit geht, was ich will, was ich fühle. Und was ich befürchte. Meine größte Angst ist wohl die vor einer Sackgasse. Gepaart mit der, dass ich selbst es bin, die überhaupt erst zu verantworten hat, den Weg in Richtung Sackgasse gewählt zu haben.


Ich habe mich schon oft in diesem Zustand befunden. Schwebezustände. Ich habe dieses Wort vor einem halben Jahr noch sehr oft benutzt, weil ich es da sehr intensiv so empfunden hatte.


Der Schwebezustand ist der Zustand, bevor etwas kippt - in die eine oder in die andere Richtung. Der Zustand, in dem etwas noch völlig unklar und nicht absehbar ist. Eine Entscheidung steht noch aus, eine, die man selbst zwar vielleicht beeinflussen kann, die aber letztendlich nicht einzelne Menschen treffen, sondern sich aus Situationen ergeben.


Schwebezustände können nicht ewig andauern. Vielleicht ist das ihr deutlichstes Merkmal. Befindet man sich in einem Schwebezustand, befindet man sich in einem Zustand, in dem man nicht für Wochen und Monate so weitermachen kann. Irgendwann in der Zeit wird sich etwas verändern. Ein Dafür oder ein Dagegen. Am Ende ist es immer eins davon, aber nie ein Unentschieden.


Ich weiß, wofür das alles spricht. Ich weiß, wonach das alles aussieht und erst das lässt mich so richtig wachsam sein.
Ich fühle mich wie der Zuschauer eines Films, der in jeder Szene die vermeintlich unabsehbare Wendung wittert, die unwillkürlich eintreffen muss, weil sonst einfach alles zu glatt gehen würde. Es geht nie alles glatt. Und die Dinge kommen nie so wie man es anfangs erwartet hätte.


Ich habe Angst vor der Wendung. Und davor, dass ich sie am Ende selbst bewirkt haben könnte.

1 Kommentar 5.12.17 21:50, kommentieren

Ich weiß nicht recht, was heute los ist. Mir geht's nicht gut. Mir ist alles zu viel und ich habe das Gefühl, es geht alles nur schief. Es fühlt sich so an als könnte alles nur schief gehen.


Und das, was ich in den letzten Tagen gedacht und empfunden habe, das ist plötzlich komplett weg. Futsch. Als wäre es gar nicht da gewesen. Ich verstehe mich gerade nicht und gerade ist mir alles zu kompliziert, zu anstrengend und ich wünsche mir Einfachheit. Und Klarheit.


Dieser Tag hat mich komplett aus der Balance geworfen. Vor allem die Nacht. Ich bin nicht richtig zur Ruhe gekommen und heute fühle ich mich wie ein Zombie. Einer, der sich einige Male um Kopf und Kragen geredet hat und sich zu viele Gedanken gemacht hat und möglicherweise dadurch Einiges echt ruiniert hat. Keine Ahnung. Ist mir gerade auch egal. Ich fühl mich viel zu müde und zu k.o., um gerade etwas anderes zu spüren als einach nur Frustration.


Keine Ahnung, wie kann sich eine und dieselbe Sache so unterschiedlich anfühlen, abhängig davon ob ich mittendrin bin oder nur in meiner Wohnung sitze?

4.12.17 17:42, kommentieren

Einig - 2 gegen 1

Und plötzlich ist es da. Dieses Gefühl. Du hast es schon so lange nicht mehr gehabt, dass du gedacht hättest, du würdest es vielleicht nicht mehr sofort wiedererkennen. Doch ist es zu unverkennbar. Das Kribbeln, die Nervösität. Die Unsicherheit, wenn du etwas sagst. Die gleiche Unsicherheit, die dich ständig realisieren lässt, wo sich zum Beispiel gerade deine Hände befinden.


Dir wird klar, was für Gedanken sich immer wieder in deinen Kopf schleichen. Du rügst dich, ärgerst dich, versuchst deinem Kopf die Meinung zu sagen. Er hört nicht und als wäre das nicht genug, stimmt dein Herz mit ein. 2 gegen 1. Verdammt. Verloren. Du weißt ganz genau, dass du den Kampf bereits verloren hast und du gibst dich dem, was sie dir zu sagen haben, geschlagen.


Aber zu früh, denkst du. Immer wieder. Zu früh. Zu früh. Viel zu früh. Es interessiert den Kopf nicht, er sagt dir, dass die Fakten zu klar sind, um sie zu ignorieren. Er erkennt sie, er denkt sie sich nicht aus. Es interessiert das Herz nicht, es sagt dir, dass es nichts für Gefühle kann. Es fühlt sie nur, es  erschafft sie nicht.


Und immer wieder fragst du dich, wie das passieren konnte.
Gib halt Ruhe, sagen Kopf und Herz. Sei froh. Nimm es hin.


Aber was ist, wenn es schief geht? Was ist, wenn das hier nicht der Anfang ist? Was ist, wenn das wieder nur eine Geschichte ist, über die du dich ärgerst? Es fühlt sich nicht danach an, aber dein Herz ist faktenimmun und dein Kopf nicht immer nur vernünftig.


Du weißt, was du willst. Du weißt, wonach du dich sehnst. Was es ist, was du dir wünschst. Du hast all diese Bilder in deinem Kopf und sie lassen sich nicht verdrängen, egal, wie oft du ihn dafür kritisierst. Du hast all das vor deinem inneren Auge. Das, wie es weitergehen sollte. Nur dein Pessimismus ist noch auf deiner Seite und sagt dir, dass es nur schief gehen kann. Weil es doch viel zu verrückt ist, wenn Kopf und Herz sich so schnell einig sind. Oder?


Überhaupt: Entschuldigung, Herz, Kopf, seit wann seid ihr euch eigentlich einig? Ich wüsste nicht, wann ich das jemals erlebt hätte. Zuvor. Schämt euch, mich so damit aus dem Konzept zu bringen. Ist schon schwierig genug, gegen einen von euch zu argumentieren, aber euch beide zugleich? Da kann ich mich ja nur geschlagen geben.

3.12.17 22:30, kommentieren