Schwebezustand

Die Nacht war recht kurz. Mehr Schlaf war einfach nicht drin.


Ich bin wütend auf mich selbst und ich ahne, dass Pizza-Freundin und der Langhaarige, die mir in den letzten Tagen sehr zur Seite standen, mich heftig dafür kritisieren würden. An sich bin ich überrascht, Menschen in meinem Leben zu wissen, die mir so eng zur Seite stehen, wenn ich sie brauche. Das war nicht immer so. Gerade beim Langhaarigen überrascht es mich noch immer.


Ich bin wütend auf mich, weil ich seit Monaten - bald seit Jahren - nicht mehr rausfinde aus all diesen Gedanken und Gefühlen. Ich bin nun seit unerträglichen 1 1/2 Jahren an diesem Ort und an manchen Tagen erwische ich mich dabei, wie ich mich allmählich damit abfinde. In den letzten Monaten war das alles ein wenig erträglicher. Und jetzt merke ich, dass ich nur noch weg will.


Aber wohin? Ich drehe mich seit 1 1/2 Jahren im Kreis, nur um immer wieder an diesem Punkt zu gelangen, dass ich mich frage, wie es weitergehen soll, was passieren muss, damit ich mit all dem zurecht komme, was geschehen muss, damit ich das Gefühl habe, die Kurve gekriegt zu haben und mein Leben wieder in Bahnen gelenkt zu haben, die mir gefallen. Und immer ist da diese furchtbare Angst, dass der Tag kommen wird, an dem ich das Gefühl habe, dass alles wieder ein wenig besser wird, nur um dann endgültig in sich zusammenzufallen.


Immer wieder frage ich mich, wann mein Leben solche Entwicklungen angenommen hat. Ich war doch mal das Mädchen, das alles irgendwie hinbekommt. Und ich will wieder dieses starke Mädchen sein.


An solchen Tagen wie heute habe ich immer das Gefühl, dass mein Leben sich gerade auf der Messerschneide befindet - in einem Schwebezustand, von dem erst noch entschieden wird, ob es in die eine oder andere Richtung kippt. Ich glaube, dieses Gefühl werde ich immer haben, solange ich an diesem entsetzlichen Ort hier bin. Ich will gerade irgendwohin, egal wo. Nur weg. Einfach nur weg.

21.5.17 09:46

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


. (25.5.17 18:17)
Könnte es sein, dass du immer, generell, prinzipiell, strukturell, gewohnheitsmäßig, liebend gerne; gerne weg, weg, weg willst!?
Warum eigentlich soll das etwas negatives sein?
Gutes, und das sehe ich in dir, soll sich verbreiten, soll anstecken, soll sich multiplizieren.
Hm, gerne würde ich dir jetzt eine Empfehlung unterbreiten, aber, ups, das ziemt sich nicht.


Exhausted (27.5.17 22:57)
Ja, das könnte sein, dass ich das ziemlich oft will Der Wunsch, weg zu wollen, ist vielleicht manchmal einfach Ausdruck meiner inneren Angespanntheit.

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