das Richtige

Puh. Ganz ehrlich. Das ist mein dritter Anlauf einen Eintrag zu schreiben und ich zweifel daran, dass das heute noch etwas wird.


Es gibt so viele Dinge, über die ich gerade schreiben will, die ich mir von der Seele schreiben möchte, und es geht einfach nicht und allein diese Erkenntnis lähmt mich beim Schreiben ein wenig.


Vielleicht brauche ich doch das, was ich am wenigsten möchte. Vielleicht ist es doch besser, das zu tun, was ich am wenigsten will. Vielleicht ist doch das das Richtige, von dem ich mir am wenigsten wünsche, dass es das Richtige ist.


Erkenntnisse sind seltsame Dinger. Sie keimen und wachsen, reifen heran und irgendwann kann man sich nicht mehr gegen sie wehren. Und egal, wie sehr man die Augen schließt und die Hände auf die Ohren drückt und laut vor sich hin summt - sie bahnen sich doch immer irgendwie ihren Weg, um erkannt zu werden und nicht mehr ignoriert werden zu können. Mitten ins Herz. Keine Erkenntnis, die einmal dort gelandet ist, kann wirklich noch ignoriert werden. Kein Gedanke kann so nagend sein wie ein Gefühl.


Es fühlt sich an als würde ich auf meinem Weg auf ein Hindernis stoßen und den Kurs ändern, um diesem Hindernis zu entgehen. Nur um kurz darauf wieder auf das gleiche Hindernis zu stoßen und nach einigen Wiederholungen irgendwann einsehen zu müssen, dass ich damit leben, damit umgehen muss und zwar jetzt. Und dass kein Umweg dieser Welt mir helfen wird, diesem Hindernis aus dem Weg zu gehen. Weil kein Umweg dieser Welt etwas daran ändern wird, dass es dieses Hindernis gibt.
Zeit ist keine Option. Das Hindernis wird da sein, egal, wie viel Zeit vergeht.


Ich denke, eine Weile ist es möglich, sich etwas vorzumachen. Und vielleicht ist das eine Zeit lang sogar okay. Und dann kommt der Moment, in dem man sich fragen muss, ob man wirklich lieber von einer Illusion fasziniert sein möchte oder beginnen möchte, sich auf die Realität einzustellen. In meinem Fall ist die Antwort klar.
Ich habe vor etlichen Jahren, das war zu den Anfangszeiten dieses Blogs, mal geschrieben und gedacht, dass ich ein Mensch bin, der im Grunde immer wissen will, wie die Dinge wirklich sind. Damals hat es (wesentlich mehr als heute) sehr an mir genagt, nie so richtig wissen zu können, was Wirklichkeit ist. Damals war ich fest davon überzeugt, mit vielem umgehen zu können, solang die Dinge sich so präsentieren, wie sie sind. Das denke ich immer noch. Ich denke nur auch, dass die Dinge sich viel zu selten so präsentieren, wie sie wirklich sind.


Ich möchte damit letztendlich nur sagen, dass ich kein Mensch für Illusionen, Seifenblasen und Trugbilder bin. Ich nehme lieber das, was kommt, so wie es ist.


Und ich weiß. Ich wirke immer wie dieses gutmütige, unsichere Mädchen, das sich nicht entscheiden kann und von all den Möglichkeiten überrumpelt ist und im Grunde nicht weiß, was sie will. Ich werde gar nicht so tun, als wäre das nicht ein Teil von mir. Aber ich bin so viel mehr als all das. Im Grunde weiß ich ganz genau, was ich will. Und gerade noch mehr denn je, was ich nicht will.

29.5.17 22:48

Letzte Einträge: Vergangene Zeit , Sich fallen lassen , Der richtige Mensch, Echte Ratschläge, gefühlt

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