Trotz, Stolz und ein gewisses Selbstbewusstsein

Bei all den Gefühlen ist eines davon zwar nicht gänzlich, aber doch so ziemlich neu:


Ich lerne einen Menschen kennen, mag ihn, lasse mich auf ihn ein, vertraue ihm und versuche immer wieder vielleicht etwas mehr in ihm zu sehen als er ist.
Dann kommt es, vielleicht unweigerlich, zu diesen Augenblicken, in denen ich mich nicht genug geschätzt, beachtet, gemocht fühle. Momente, in denen ich das Gefühl habe, nicht wichtig genug zu sein, etwas vorgespielt zu bekommen oder ausgenutzt zu werden.
Situationen, in denen ich mir von einem Menschen schlicht mehr wünsche als das, was ich von ihm bekomme.


Ich kenne das nagende Gefühl. Und ich kenne auch dieses Gefühl der Enttäuschung, wenn man sich denkt, dass man zu viel investiert hat oder dass man sich nicht darauf hätte einlassen dürfen. Oder die Angst, dass man verletzt und fallen gelassen werden könnte. Auch die kenne ich nur zu gut.


Nicht ganz so vertraut ist mir dieses Gefühl von Trotz, Stolz und einem gewissen Selbstbewusstsein. Das sind die Momente, in denen ich in den Spiegel gucke und mir unwillkürlich denke "Dieser Mensch hat mich nicht verdient" oder "Ich bin mehr wert als das". Dass ich diese Erkenntnis vor allem dann bekomme, wenn ich in den Spiegel gucke, liegt nicht an meinem Aussehen. Es liegt einfach daran, dass ich mich in diesem Augenblick darauf konzentriere, wer ich bin. Und ich bin nicht so übel. Ganz im Gegenteil.


Ich weiß, dass ich mehr wert bin als das. Und ich weiß, dass der Tag kommen wird, an dem ich das zugeben muss. Der zynische Teil in mir, der für Humor jeglicher Art mehr empfänglich ist als für irgendeine Dramatik, amüsiert sich darüber, dass ausgerechnet ich in der Situation stecke, in der ich stecke. Es ist klar, dass ich im Stillstand lebe, auch wenn ich glaube, das nicht zu tun, weil ich auf der Stelle jogge. Aber eben auch das ist Stillstand. Und ich werde erst von der Stelle loskommen, wenn ich mich bewusst dazu entscheide, Entscheidungen ausspreche und Verbindungen beende.
"Das hier kann unendlich lange dauern. Ich glaube, mir macht das eine Menge Spaß."
Ja, so viel dazu. Der nächste Mensch, auf den ich mich wie auch immer einlasse, sollte sich wesentlich mehr Gedanken bei seiner Wortwahl machen. Ehrlich jetzt.

17.7.18 22:53

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PP / Website (18.7.18 09:02)
Eine geliebte Frau ist für mich immer der Lebensmittelpunkt: Alles dreht sich um sie und ich hab ständig das Bedürnis, bei ihr zu sein, ihr zu sagen, dass ich sie liebe und wie einzigartig sie ist und wie wundervoll die Tatsache, dass wir uns fanden. Alles andere sind postpubertäre Psychospiele. Und ohne Gefühl geht mal gar nix, denn das wird nix und das war nix. Ohne Gefühle bleibt nur ein schaler Nachgeschmack am Ende und mit jemandem mich treffen, nicht wegen ihm, sondern, weil ich nicht allein sein will, das kenn ich gar nicht. Ich setze immer alles oder nichts. Aber dein Fehler: Du hast nicht gemailt. Jetzt bin auch ich glücklich vergeben. Viel Glück dir noch

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