verändern

Ein wenig fasziniert mich, wie man, wenn man lange und arg genug in sich hineinhorcht, spüren und mitverfolgen kann, wie eine Erkenntnis in einem allmählich heranwächst und größer wird. Es ist ein wenig als würde man einer Pflanze dabei zusehen wollen, wie sie sich langsam entfaltet. Und wenn ich so darüber nachdenke: Noch vor dem Sommer, als meine Pflanzen, die ich vom Irland-Freund geschenkt bekommen hatte, noch auf meiner Fensterbank standen, war der Blick nach ihnen morgens tatsächlich das Erste, was ich nach dem Aufstehen tat. Jeden Morgen zählte ich die Blätter, suchte Anzeichen nach weiteren Veränderungen und war ganz entzückt über jede kleinste. Ich wollte Fortschritte sehen und feststellen, dass sich was tat.


Und mit Erkenntnissen ist es nicht anders. Ich horche in mich hinein, um zu erspüren, ob alles beim Alten ist. In den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass ich das schon früher so gehandhabt habe. Ständig nachdenken, um zu überprüfen, ob man wirklich noch so denkt und fühlt, wie man es ursprünglich getan hat. Der Haken daran ist, dass sich unweigerlich etwas verändert. Wenn ich ständig an meiner Tomatenpflanze rumzupfe oder sie rumdrehe, immer dem Sonnenlicht entgegen, ändert sich auch was.


Zwischen dem, was ich vor sieben Monaten empfunden habe und den momentanen Gefühlen liegen Welten. Ich bin froh darüber, keine Frage. Und in mir wächst ein Gefühl heran, von dem ich mir nicht ganz sicher bin, ob es Früchte tragen wird. Aber ich bin zuversichtlich. Alles hat seine Zeit. Sowohl die Anfänge als auch die Enden.


Und das hier, das hat wesentlich mehr Anfänge als Enden in sich. Ich habe so viel in den letzten Monaten gelernt und begriffen und dafür bin ich mehr dankbar als dass ich deswegen frustriert wäre. All das hat sein Gutes und ich bin mir sicher, dass ich, wäre ich diese Schritte nicht gegangen, andere nie gehen würde. Das ist doch mal ein schöner Gedanke.

22.10.18 20:27

Letzte Einträge: Zwei Arme, Erinnerung, Zu viele Gefühle , Ein Blick zurück

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Sven / Website (23.10.18 15:04)
Ich kann dich nur bestätigen und dir die Daumen drücken. Alles ist besser, als in Einsamkeit zu versinken. Und alles hat Vor- und Nachteile. Du sollst leben und glücklich sein. Und wenn alle Stricke reißen: Hinter jeder Tür wartet das Glück und du hast gelernt, anzuklopfen.

LG PP

Da kann ich mich jetzt beruhigt zurückziehen von deinem Blog <3

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